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Hassing Galgebakke

HASSING GALGENHÜGEL

 

Hassing Galgenhügel ist eine gruppe von acht erhaltenen Grabhügel aus der Bronzezeit. Die Grabhügel sind geschützt und sie sind im Privatbesitz, aber mit öffentlichem Zugang zu Fuß.

 

EINEN WEITEN BLICK

Der Galgenhügel liegt auf einem Höhenzug und ist etwa 58 Meter über dem Meeresspiegel. Von den Hügeln aus sieht man fast der ganze südliche Teil von Thy – vom Meer und von den Dünen mit Lodbjerg Leuchthaus im Westen, hinüber Ove See, bis zum Limfjord und die Insel Mors im Osten. Die Landschaft ist hügelig und grün, und man sieht Mittelalterkirchen und viele Grabhügel.

 

DIE GRABHÜGEL AUS DER BRONZEZEIT

Die Grabhügel auf der Galgenhügel stammen aus der Bronzezeit, aus den Jahren 1500-1000 v. Chr. Zu dieser Zeit wurden die Toten in Särgen begraben, die in dieser Region aus Stein gebaut wurden. Über dem Steinsarg wurde einen Hügel aus Torf gebaut, und am Rande vom Hügel entlang wurde einen Steinkreis gebaut.

 

Die Toten wurden persönliche Ausrüstung mit ins Grab gegeben. Männer wurden oft mit einem Schwert und eventuell einem goldenen Ring begraben. Frauen wurden Schmuck aus Bronze oder Gold mit ins Grab gegeben.

Spätere Generationen haben weiter den Grabhügel benutzt. Weitere Steinsärge wurden da begraben, und somit ist der Grabhügel weitergewachsen.

 

Später in der Bronzezeit hat man angefangen die verbrannten Knochen in einer Urne aufzubewahren, die am Rande vom Grabhügel begraben wurde. Ein Grabhügel kann damit als Begräbnisstätte über hunderten von Jahren verwendet worden sein, und somit einen Platz für viele Beerdigungen sein.

 

THY IN DER BRONZEZEIT

Die Grabhügel wurden in der Regel auf einem Höhenzug gebaut, sodass sie aus weiter Ferne sichtbar waren. Sie waren ein Zeichen dafür, dass hier eine wohlhabende Familie ihre Verstorbenen begraben hatte.

Studien von Pollen aus Thy zeigen, dass die Landschaft der Bronzezeit sehr wenige Bäume hatte. Die offene Landschaft wurde vor allem für Weidevieh, aber auch zur Getreideanbau benutzt. Die Bauern lebten von Viehhaltung und Landwirtschaft, und ihr Reichtum, ihre Macht und die Stellung der Familie wurden u.a. in der Größe der Hügel und den Grabbeigaben, die mit den Verstorbenen kamen, manifestiert.

An vielen Orten in Thy wurden Spuren von Siedlungen aus der Bronzezeit ausgegraben, und hier sah man, dass das Gebiet relativ dicht besiedelt war, und dass die Landschaft benutzt wurde. Dies wird durch zahlreiche Grabhügel bestätigt, die noch in der Landschaft zu sehen sind. Ursprünglich wird es etwa dreimal so viele Grabhügel gegeben haben – über 3000 in Thy allein.

 

FUNDE VON GRABHÜGEL

Die Grabhügel auf der Galgenhügel sind relativ gut erhalten, aber in der unmittelbaren Umgebung gibt es mehrere Grabhügel, die irgendwann abgerissen und übergepflügt wurden.

 

Einen übergepflügten Hügel kann das geschulte Auge als eine leichte Erhöhung im Feld erkennen. Dieser kann erhaltene steinerne Särge enthalten. Kurz südlich vom Galgenhügel fand der Landwirt Niels Panum in den späten 1800er Jahren einen zwei Meter langen Sarg, der aus vier Steine ​​auf jeder Seite gebaut war, und mit vier flachen Schlusssteine, die als Deckel dienten. Im Sarg war ein Teil der Knochen des vergrabenen Menschen erhalten und zu seiner Rechten Seite war ein Bronzeschwert. Rund um das Schwert gab es Reste einer Holzscheide mit einem Bronzebeschlag auf der Spitze. Das Schwert ist heute im Nationalmuseum von Dänemark.

Im Jahr 1873 fand ein Landwirt südlich vom Galgenhügel einen goldenen Armring aus der jüngeren Bronzezeit. Dieser Ring ist heute auch im Nationalmuseum von Dänemark,

aber man kann eine Kopie in Thisted Museum sehen.

 

PRÜGELSTRAFE UND HINRICHTUNG AUF DEM GALGENHÜGEL

Der Galgenhügel wurde als ein Ort für Prügelstrafe und Hinrichtung verwendet – wahrscheinlich vom frühen Mittelalter (1100er Jahren) und bis in den 1800er Jahren.

Wenn ein Urteil am lokalen Thing Gericht gefällt wurde, wurde das Urteil auf dem nahe gelegenen Galgenhügel ausgeführt.

Hier stand einen Galgen, wo man die Verurteilten hängen konnte. War die Strafe eine Enthauptung, wurde der abgetrennte Kopf auf einen Pfahl gesteckt. Da der Hügel von weit weg gesehen werden konnte, diente dies als Warnung für andere.

 

STRAFVERFAHREN AUS DER REGION UM HASSING

In diesem Teil von Thy war der Thing von Hassing zuständig für Rechtsstreitigkeiten und der Galgenhügel war die Szene für die Ausführung vom Urteil.

Das Thing-Buch von Hassing zeigt wie das Rechtssystem in den 1600er - und 1700er Jahren funktioniert hat. Es gibt Beispiele für harte Strafen für Verbrechen, die heute weniger hart bestraft würden. Im Jahr 1630 hat Las Michelsen aus Villerslev z.B. vier Käse und drei Scheffel Getreide geklaut. Er wurde auf Hassing Galgenhügel gehängt.

Im Jahr 1648 wurde Peder Jensen Riber des Diebstahls eines Pferdes beschuldigt. Die Ankläger verlangten das Urteil „Galgen und Ast“, aber das Ende der Sache war, dass er ins Gefängnis Bremerholm in Kopenhagen kam.

 

DIE UNGLÜCKLICHE GESCHICHTE VON MAREN JENS TOCHTER

Die Quellen erzählen auch von der folgenden Geschichte aus dem Jahr 1713: Die unverheiratete Maren Jensdatter aus Hassing wurde schwanger. Eines Tages als sie auf der Heide war um Heidekraut zu schneiden, haben die Wehen plötzlich eingesetzt und sie hat da einen Sohn geboren. Es ist nicht bekannt ob das Kind bei der Geburt tot war, Maren ließ es jedenfalls liegen und ging nach Hause. Nach einigen Tagen hat man es herausgefunden, und Maren Jensdatter wurde vorgeladen zum Thing, wo sie acht lokalen Laienrichter und einigen Zeugen gegenübergestellt wurde. Trotz der Tatsache, dass keine sichtbaren Schaden auf dem Kind zu erkennen waren, wurde sie des Mordes verurteilt. Die Strafe war Enthauptung und anschließend sollte man ihren Kopf auf einen Pfahl stecken.

Der Fall wurde vor dem Lands-Thing in Viborg gebracht, wo Maren erklärte, dass sie neun Wochen zu früh ihren Kind geboren hat, und sie schwur einen Eid, dass das Kind totgeboren wurde. Dennoch wurde das Originalurteil bekräftigt, und am 4. April 1713 wurde Maren Jensdatter auf Hassing Galgenhügel hingerichtet.